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Nach der dritten kurzen Nacht in Folge hätte ich heute fast die Abfahrt verschlafen. Die Sachen waren bereits gepackt und ich schaffe es Punkt um 5.30Uhr unten zu sein. Zum Glück ist Boris noch nicht da, und ich kann noch schnell die Email abrufen. Inzwischen ist auch Boris eingetroffen, der ebenfalls noch recht müde aus der Wäsche guckt. Ingo drängelt uns zur Abfahrt, da es erfahrungsgemäß bis und durch Tokio sehr zäh gehen wird. Die letzte Gruppe ist gerade mal 45min vor Abflug am Flugplatz eingetroffen . Wir kommen zügig voran, so dass wir unterwegs noch kurz frühstücken können. Inzwischen ist es 9Uhr und Ingo ruft Aoki an, bei dem ich gestern noch einen Fisch reserviert habe. Ein sehr schöner Beni Kiku mit 45 cm soll es sein, den Dieter noch in seinem Teich schwimmen sehen möchte.
Meine „japanisch Kenntnisse“ sind inzwischen soweit fortgeschritten, dass ich bemerke das irgendwas nicht stimmt. Entweder hat der Züchter meine Anfrage bezüglich des Fisches von Showqualität nicht ganz ernst genommen oder es gab ein anderes Verständigungsproblem. Der Koi ist jedenfalls nicht mehr zu haben. Ich bin stinksauer und auch Ingo kann das Verhalten von Aoki nicht nachvollziehen. Er ruft ihn nochmals an und ein fast halbstündiges Gespräch führt dennoch nicht zum Erfolg. Ingo erklärt mir, dass das reservieren von Fischen unüblich und dies nur ein Entgegenkommen an Ingo sei, da er einen sehr guten Kontakt zu den Züchtern pflegt. Der Züchter lässt ausrichten, dass es im leid täte und ich bei ihm nun etwas gut haben würde. Dies bestätigt sich auch darin, dass Aoki sich kurz darauf von sich aus nochmals meldet und mir einen anderen Fisch anbietet, der aber nicht der Vorstellung entspricht. Das Problem ist nun, wie erkläre ich es Dieter! Dieser wunderschöne Beni Kiku wird künftig leider einen anderen Teich schmücken! Es ist kurz nach 11Uhr als wir am Flughafen eintrafen, da wir überraschend gut durch die Weltstadt gekommen sind. Die Verabschiedung von Ingo fällt sehr herzlich aus, da ich Ihn über das geschäftliche hinaus menschlich etwas näher kennenlernen durfte. Ein dufte Typ der viele Geschichten zu erzählen weiß wenn es darum geht, als „Langnase“ im Land des Lächelns Fuß zufassen. Nach 12 Jahren scheint es Ihm jedenfalls gelungen zu sein und ich freue mich schon jetzt einmal seine Frau und seine beiden Kinder kennenzulernen. Um 13.30Uhr startet unsere Maschine Richtung Heimat. Trotz Übermüdung und Schlaftablette gelingt es mir diesmal nicht, den Großteil des Fluges zu verschlafen. In Frankfurt angekommen muss ich mich beeilen damit ich meinen Zug noch erwische. Vollgepackt und im Dauerlauf muss ich quer durch den Flughafen und ich hoffe das der Zug Verspätung hat. Ganze 2 Minuten vor Abfahrt erreiche ich den Bahnhof in den gerade mein ICE einfährt. Nach insgesamt 26 Stunden Reise erreiche ich Lichtenfels, wo Gaby ihren erschöpften aber glücklichen „Koianer“ in ihre Arme schließt.
Domo arigato Jürgen san
P.S. Bildergänzung in Tag 3 und 6 zu finden
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